2025 Slovenia

Bikepacking durch Slowenien. Per Bahn nach München und mit dem Flixbus weiter nach Ljubljana. Von dort dann eine Woche Bikepacking (vermutlich) im Soca Tal.

Los geht’s. 2 Minuten verspätete Abfahrt im ICE aus Gelsenkirchen. Schon beim Einsteigen die Frage einer Zugbegleiterin ob sie mir helfen könne ..im Zug dann erneut die Frage ob alles gut ist oder man irgendwie helfen kann mit dem fahrrad..sehr freundlich…Ticketkontrolle. alles bestens..und dann ging’s los. Mit einer später zugestiegenen 20 Mann Fussballtruppe mit Bierkasten und Musik, 3 französischen bikepackern und einer sehr netten chinesischen Studentin war also für Unterhaltung gesorgt. Ankunft auf die Minute pünktlich in München. Weiter zum ZOB. Flixbus mit 41 min Verspätung angesagt. aber egal. Hin zum ZOB. Der ist Ma richtig schäbbig in München. Dunkel, dreckig, massig Bettler und die flixbusanzeige wechselt häufig oder es stehen andere Busse als dranssteht in den Boxen. Aber gut. Mit 1.5 Stunden Verspätung ging’s los. Fahrrad wurde semiprofessionell an den Bus drangebastelt…um 1.30 Uhr nachts dann mit einem scheinbar unbeschädigten Fahrrad in Ljubljana angekommen. Heute dann direkt wieder Wecker auf 6.30 Uhr denn es sollte heiß werden. Also früh los.gute Entscheidung. Das wird die nächsten Tage genauso laufen müssen. Heute 72.4 km aber mit ordentlich Steigungen und bei den Temperaturen. Heavy. Dann im wunderschönen Camp angekommen. Vorher extra gefragt ob auch hängematte klar geht. Antwort: na klar. Ergebnis. Gibt hier nur sehr wenig Bäume und die stehen entspannte 10m auseinander.🙈 Also heute eine kleine Hütte als Entschädigung erhalten. Ab morgen dann hoffentlich hängematte.;-) aber schön hier. Nach einer Dusche ist man dann auch wieder Mensch und genießt das wunderhübsche Plätzchen erde.

Nachtrag. In der Mittagshitze hab ich noch einen Trinkstop in einem Biker treff gemacht und direkt Gesellschaft von einem Biker aus Schwelm bekommen und nett Ma ne halbe Stunde gequatscht. Man schweigt also auch als Alleinreisender nicht wirklich. 😉 ansonsten aber tatsächlich auch hier im Camp nur Slowenen oder ggfs noch Kroaten. Aber die Slowenen können deutsch.

Tag 2. Wecker wie an nem Arbeitstag um um 6uhr wieder aufm Bike zu sitzen. Alles andere macht bei den Temperaturen keinen Sinn. Trotzdem natürlich warm und nach ca 4 km beim ersten Anstieg auch wieder klitschnass…aber gut. Ständiges bergauf/bergab durch malerische Landschaften und hin zur soca und dann entlang der soca. Dort immer weiter Richtung bovec gefahren und dann aber nochmal umgedreht um ein schönes Camp zu suchen. Das fand ich direkt an der soca mit ihrem türkisklaren Wasser. Hier gibt’s auch Bäume für die Hängematte und noch mal Rabatt gegenüber einem Zeltplatz, da man ja nur mit Fahrrad und hängematte da ist. top. Duschen gibt’s und camp ist bezogen. Vom Nachbar angequatscht worden. Ein älteres Paar aus dem Allgäu. Er fand mega das ich so nur mit Fahrrad und hängematte unterwegs bin und bot mir erstmal an das ich all ihren Krempel mitbenutzen darf. Die reisen nämlich mit dachzelt, Gaskocher, haben Geschirr dabei und und und …😁 Nach der netten Begegnung dann erstmal entlang der soca spaziert. Wunderschön. Wasser der soca und auch Leitungswasser sind in Slowenien übrigens mega gut (ist sogar irgendwie in der Verfassung verankert …).jetzt erstmal im Schatten chillen um die Hitze aushalten zu können.

Nachtrag für die die glauben man vereinsamt als Alleinreisender..:-) meine netten Nachbarn ausm Allgäu ham mich auf Kaffee eingeladen und wir haben uns sehr lange sehr gut unterhalten. Gerade dann noch ein älteres Ehepaar aus Ulm mit zwei riesen alten Langhaar Schäferhunden getroffen. Auch hier sehr gut und Lange gequatscht. Inkl. Hinweis auf ein Punkrock Festival hier direkt an der soca .🤣🤩allerdings erst im August.

Tag 3. Top Nacht in der Hängematte gehabt..da geht dann sogar irgendwann ein lüftchen. Weit entfernt von einer kalten Nacht aber angenehm so draussen. Und dann wieder als erster alles abbauen (sogar inkl tarp da es eine diffuse Gewitter Warnung gab. Und dann 6.30 Uhr wieder los. Und heute hat komoot mal ordentlich Quatsch gemacht. Offroad Strecke bei der einfach ein Baum aufm weg lag (kann ja kommt nicht wissen also OK) und zudem am Ende 8 treppenstufen steil nen Hang hinauf gehen (das wiederum sollte komoot wissen). Das immerhin hinbekommen. Aber auch manches Mal umgedreht. Nur eine kurze Strecke geplant und früh ein geplantes camp erreicht. auch da hatte ich vorher angefragt aber siehe da…keine Bäume..aber auch keine Zelte zur Vermietung oder so. Naja. Also noch weiter fahren. Tatsächlich gibt es nicht so viele Camping Spots wie man meint. In manchen Ballungsgebieten mehrere auf einmal und sonst auch mal kein enziger in großem radius. also zurück zum ersten Camp. Da gibt’s immerhin ne nette Hütte und das liegt super aufm weg. Dafür aber nochmal amtlich Höhenmeter machen mit bis zu 15 % Steigung. Bei 30 Grad ist da schnell Feierabend und man selbst gebadet…aber OK. Ziel erreicht. Weiterhin diffuse Gewitter Warnung. Somit Hütte gar nxiht schlecht. Ansonsten natürlich die Landschaft weiterhin egal wohin man schaut, Weltklasse . Später dann sogar etwas bewölkt und leichtes lüftchen. Mega gut. Bissel relaxen vor den nächsten Höhenmetern morgen.

Tag 4. Doch kein Gewitter in der Nacht….aber morgens bewölkt und einzelne kleine Regentropfen. Heute stand die krasseste Steigung auf dem programm. Daher wieder pünktlich um 6 los um noch angenehme Temperaturen zu haben. Und was soll ich sagen. Manchmal braucht man Glück. Es blieb bewölkt und sogar leichter Nieselregen zwischendurch. Optimal für die Strecke. Und kaum war der höchste Punkt Überschritten wurde auch das Wetter wieder besser und man rollte so ohne nennenswerte Steigungen durch die schöne Landschaft Sloweniens. Wieder knappe 70 km am Ende aber schönen Spot am Fluss gefunden. Hängematte aufgebaut. Läuft. Mittlerweile auch wieder sonnig und heiß. Morgen dann schon Richtung Ljubljana um am Folgetag dann auch mal einen Tag das Rad stehen zu lassen und die Stadt anzuschauen. Im übrigen grusen sich alle Fahrradfahrer hier. Ausnahmslos alle (Rennrad,Opa mit hollandrad, bikepacker…). Hab aufm Berg heute auch noch mit dem Inhaber eines Fahrradfahrer stops/Restaurant/Unterkunft geredet. Könnte auch deutsch (wie die meisten) und hat gleich mal Werbung für seinen Laden gemacht. Da könnte man auch super mit der Hängematte bleiben. Stimmte auch. Aber Infos dazu könnte man vorher online natürlich keine finden ;-/ da sind sie noch ausbaufähig. Man findet einige Camps gar nxiht online..aber jut..ich wollte ja heute noch weiter. Und…die haben hier ein Radler statt mit Limo mit orangen/Grapefruit Saft…weniger süß…angeblich weniger Kalorien. Aber Sau lecker.

Tag 5. Chillige Nacht in der hängenmatte. Diesmal ohne Wecker weil man eh früh wach wird aber meine Reststrecke auch eher flach und nicht so weit war. Also ein letztes Mal alles aufm Fahrrad verstauen und los. „Erst“ um 7.30 Uhr los und chillig Richtung Ljubljana. Komoot leider wieder ordentlich faxen gemacht. Überall wo schon mal ne Feldmaus langgegangen ist ist scheinbar ein Radweg. Wild…Gott sei Dank hab ich n Mountainbike. Aber schön so querfeldein. Mir kamen auch nur 2 mal Reiterinnen entgegen..sonst niemand …später kurzer Kaffee Stop am sparmarkt eigenen Café. Kompliment der Bedienung die fragte ob ich deutscher sei und auf Nachfrage woran sie das denn erkannt hätte sagte sie: es war schonmal jemand da der perfekt englisch gesprochen hat und auf Nachfrage hatte sie damals erfahren, der war auch deutscher …also für sie „perfektes Englisch = deutscher..🤣.also ein nettes kompliment..dann weiter querfeldein ..Und ehe man es sich versieht ist man in Ljubljana. Da das Hotel erst ab 15uhr beziehbar ist kann man also auch in Ljubljana noch etwas fahren und Kilometer machen. Dann wieder vor der Hitze verstecken und etwas früher als gedacht schon mal in die Unterkunft..Duschen und die Klimaanlage genießen..😜

Tag 6. Fantastische Nacht mit Klimaanlage. Aus Gewohnheit natürlich trotzdem Recht früh wach. Also direkt los zum Schloss..kleiner Aufstieg am Morgen bei noch angenehmen Temperaturen. Um 9 Uhr dann Schlossturm und schloss besichtigen, Aussicht genießen und dann entspannt wieder hinabspazieren. Den weiteren Tag dann querfeldein durch die Stadt spaziert und immer wieder schatten-/Trinkpausen eingelegt. Sonst kaum auszuhalten. Preserenplatz mit Franziskanerkirche (rosa/Lachsfarben), Tromostovje (die drei Brücken), Dom St.Nikolaus, Zentralmarkt, Drachenbrücke usw. Natürlich alles gesehen. Fotos folgen hiernach. Highlight für mich Metelkova (Kunstzentrum) das von der Art auch bissel an Lissabon erinnerte. So Plätze wirken immer mega angenehm wie ich finde. Auch hier folgen Fotos. Gestern Abend übrigens noch die top 5 slowenischen Gerichte gegoogelt und daraufhin Idrijski žlikrofi gegessen (traditionelle slowenische Knödel, die aus einer Kartoffel- und Zwiebel-Füllung bestehen und eine charakteristische Form haben, die an einen Hut erinnert.) In meinem Fall lagen noch rote Beete Chips darauf, etwas Kalbfleisch und Kalbssauce ..sehr lecker.. Heute Abend dann extra wieder ein slowenischen lokal rausgesucht die auch direkt die Spezialitäten auf der Karte angepriesen haben. Also krainer Wurst mit Sauerkraut und kartoffelstampf und zum Nachtisch noch strukli (Topfenstrudel) mit Wallnuss und honig probiert. Mehr Slowenien geht nicht.;-) sehr lecker…nicht direkt leichte Sommerkost. Aber am letzten Abend muss das sein. Angehängt hab ich noch Fotos von meinem Hotel. Vom Bahnhof 200 Meter, zum zentralsten Platz 400 Meter. Also optimal. So klein das ich Fotos von deren Homepage genommen hab da ich das Mini Zimmer so nicht draufbekommen hätte und es auch voll mit meinem Zeug steht..🤣aber optimale Platznutzung durch Hochbett. Und eine gute Klimaanlage. Mehr braucht man nicht.
Fazit: Slowenien ist ein richtiges Land für Aktivurlauber. Überall wird gejoggt, Rad gefahren (Rennrad, Mountainbike egal) oder paragliding gemacht, Stand Up Paddle…all sowas geht in der vielen wunderschönen Natur natürlich super. Das Land ist einfach sehr schön, die Natur traumhaft und alles sehr sauber/ordentlich/schick.. nicht so chaotisch und manchmal kaputt wie Albanien sondern eher ein bayrisch-österreichisches Land mit leckerem Essen, netten Menschen und in meinem Fall minimal zu hoher Temperatur;-) aber Spaß beiseite. Slowenien ist definitiv eine Reise wert und auch Ljubljana ist einfach nur schön und übersichtlich zum schlendern und in Cafés sitzen. In diesem Sinne. Spontanblog Ende. Recht herzlichen Dank für Aufmerksamkeit. In den nächsten Tagen gibt’s dann auch tolle Bewegtbilder unter Videos. Das sollte nochmal sehr hübsch anzuschauen werden…

Nachtragsinfos zu Slowenien:

Waldreichtum: Über 60% des Landes sind von Wäldern bedeckt – Slowenien ist das drittwaldreichste Land Europas

Braunbären: Slowenien beherbergt eine der größten Braunbären-Populationen Europas mit etwa 500–1.000 Tieren

Weinbau: Auf je 70 Einwohner kommt ein Weinberg – Slowenien ist eine traditionelle Weinnation

Junges Land: Slowenien wurde erst 1991 unabhängig und ist damit ein relativ junger Nationalstaat

Vielfältige Biodiversität
Trotz seiner kleinen Fläche beherbergt Slowenien etwa 1% aller bekannten Lebewesen der Erde, darunter die größte Population von Braunbären in Europa mit knapp 1000 Tieren. Außerdem lebt hier der seltene schwarze Grottenolm, ein kleiner „Mini-Drache“ in den Tropfsteinhöhlen

Übrigens: Keine sudrussische Taranteln und keine Bären live gesehen…

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