Bikepacking durch Polen. Per Flixbus nach Stettin und von dort eine Woche lang auf einem Teil des Eurovelo 13 („Iron Curtain Trail“) an der Küste entlang bis nach Danzig.
Nun aber… Nach dem Basketball Crash und der damit verbundenen Verletzung und deshalb der getauschten Offroad Reise mit Tschechien wird nun auch der Polen Plan in Angriff genommen. Keine geänderte Route oder Unsicherheit wegen verletztem Fuß. Sondern den Ursprungsplan umsetzen. Wie üblich mit sehr schlankem Gepäck am Mountainbike und in der Hoffnung auf möglichst gutes Wetter.
Kurzblog Polen-Bikepacking. Land Nr.42. Aufmerksame Leser des Blogs kennen das Thema bereits.. Bikepacking/Backpacking/Offroadtrips bedeuten immer „Leben in der Lage“, Chaos und Improvisation..🤣🙈diesmal schon am Start. Am Tag vor dem Start Fahrrad bepackt, Luftdruck gecheckt alles tutti…Plan am Abreisetag: Arbeiten. In der Mittagspause Fahrrad schon mal aus’m Keller innen Flur…noch entspannt duschen…weiterarbeiten..kurz nach 14 Uhr los…dann merk ich im Flur. Speiche gebrochen. Das war vorher nicht so. Also spontan Fahrrad Dealer in Gelsen angerufen. Typisch Ruhrpott Atze…sacht…jaaaaa…komm Rum und gib gute Google Bewertung…ich mach dat sofort ..also kurz Fahrrad dahin gebracht…sprint zurück..duschen…weiterarbeiten…Fahrrad wieder einsammeln, 15 Euro bezahlen und direkt los nach Essen Hauptbahnhof. Dort dann mit ein paar hochprofessionellen Litauern mein Fahrrad an eine ganz wilde Konstruktion am Flixbus dran montiert..diesmal nicht hängend sondern stehend. Meins nah am Bus. Fällt also wenn dann zumindesst zuletzt.;-) also hoffen das alles heile ankommt und 11 Stunden schnell vergehen. 😜
Ankunft in Stettin. Kurz nach 4 Uhr morgens. Regen. Alles wieder ans Fahrrad dran montieren und los geht’s. Hin zum Wasser und ab dann nur noch rechts fahren🤣also Wasser zur linken und dem eurovelo folgen. Super schön durch kleinen Touristenorte, Strandpromenaden, Wäldchen…tatsächlich auch abwechslungsreich die Strecke. In der ersten Nacht direkt Regen und auch tagsüber immer wieder Schauer. Aber zwischendrin halt auch super schön und am Meer natürlich dann wieder bombastisch. Man fährt auch durch Wälder oder Orte oder bissel Landesinnere. Also nicht nur an der Promenade. Somit verschiedener Untergrund aber auch abwechslungsreiche Eindrücke. In allen Orten touristischer Krams. Buden, Andenken und generell immer Kirmes Attraktionen. Riesenräder, kleine Achterbahnen. Alles bunt und auch immer wieder Boxautomaten und Glückspiel Kirmes-Gewinn- Stofftier Apparate. Richtung Leba werden die Untergründe noch abwechslungsreicher. Steinplatten zwischen Feldern die alle mit schönem Höhenunterschied verlegt sind so das man einerseits nicht schnell fahren kann und andererseits trotzdem wie bei krassem Kopfsteinpflaster durchgerüttelt wird. Zudem auch sehr sandige Waldwege. Man ist dadurch häufig langsamer als gedacht dafür sind die Strecken allesamt sehr hübsch. Durch Feld, Wald, Wiese und Dorf und am Ende immer wieder ans Meer. Gerade Leba ist da nochmal schöner und ein wenig touristischer. Aber hier klart das Wetter auch mehr auf und die Sonne kommt. Traumhaft. Der Strand ist voll. Urlaubsflair. Aufgrund Regen, Gewitter und massiv nasser und dreckiger Ausrüstung diesmal nicht nur Outdoor gecampt sondern auch kleine Zimmer spontan gemietet zum trocknen. Alles problemlos und nett und das wichtigste ist ja sowieso das Fahrradfahren. Auf der Tour bis Wladyslawowo ist es dann soweit. Dort wo immer eurovelo Routen waren brauchte ich mal komoot. Und prompt steh ich nach einem abenteuerlichen Sand-wald-matschweg mitten vor einer vierspurigen Autobahn. Also. Einer Baustelle dafür. Nur aus Sand. Sieht jedenfalls so aus . Gerade keine Maschinen da..aber halt genau kreuzend ein Sandhaufen, dann planierter Sand für ca 4 Spuren, dann wieder Sandhaufen. Und natürlich Verbotsschilder. Also alles zurück, seitwärts ausweichroute, nur um dann wieder vor der Baustelle zu stehen. Klar irgendwie wenn die genau im 90grad Winkel kreuzt, kann man die nicht umfahren. Also nochmal andere Route, selbes Spiel. Wieder steh ich da, in dem Moment kommen zwei Bikepacker. Polen. What now sagt er in gebrochenem Englisch. Ich sach…yeah..i dont know. Sie waren auch mehrfach umgefahren und falsch. Deshalb sein Vorschlag. Einfach durch. Also Verbotsschilder ignoriert und mit den zwei Polen die Bikes Sandhaufen auf und ab getragen und die riesen Baustelle gekreuzt. Problem behoben.😜in wladyslawowo dann auch noch Baumgurte für die Hängematte besorgt die ich im Regenabbau vergessen hatte (kriegt man kaum irgendwo. Aber hier ging’s) und dann Camp Spot suchen. Mit Bäumen für Hängematte auch nicht so einfach. Aber dann gefunden, ddr chic aber super nette Vermieterin. Wenig Bäume und nicht ideal, aber geht. Abends brannte ein Lagerfeuer und 4 Personen grillten. Also dazugesetzt und nach 2 Sekunden ein Bier geschenkt bekommen. Keiner spricht deutsch oder Englisch aber alle zeigen sich super gastfreundlich und wollen mir auch Würstchen geben zum mitgrillen. 10minuten später sind wir ca 18 Personen. Alle sitzen, quatschen, grillen und ein Mädel spielt auf ihrer Ukulele „what shall we do with a drunken Sailor“ und singt auf polnisch dazu und weitere Songs die ich nicht kannte und alle singen mit. Schön war’s. Auch ohne Gespräche zu verstehen.
Am Ende von 5 Fahrradfahrtagen steht also Danzig. Klar kann man das auch in weniger schaffen, aber man möchte ja auch die Orte genießen und so ergaben sich gleichmäßige schöne Etappen ohne zu viel Stress wenn die Wege Mal wieder schnelleres fahren nicht zulassen. Auf der letzten Etappe dann auch wieder die schönen eurovelo Schilder. Da kann ja nix schief gehen. Und ein weiteres Mal startet man zwischen Feldern und über Landstraßen und eh man sich versieht ist alles größer geworden und statt kleinem zabka, Dino oder leviatan Supermarkt sieht man wieder Lidl, aldi und natürlich auch mc Donalds. Zurück in der Stadt, direkt einer Dame weiterhelfen können mit meiner Luftpumpe fürs Fahrrad (jap, auch die hab ich trotz Platzmangel und unplattbar- Reifen dabei) da die mit komplett Platten Reifen unterwegs war. Und nun einen Tag Zeit diese Stadt zu erkunden bevor es zurück geht. Da dies nur ein kurzblog ist war’s das jetzt auch. Lassen wir Fotos sprechen und zeitnah ein video (in der Video Section natürlich bzw. am besten direkt über YouTube…;-)).







































